Kletterurlaub am Achensee
Vom 25. bis 29. Juni 2011 ging es zum Spontankletterurlaub ins österreichische Tirol. Das Rofan- und Karwendelgebirge bietet dafür reichlich
Gelegenheiten.
30.06.2011
Rofangebirge
Die ersten zwei aufregenden Tage konnten wir bei den zahlreichen Klettersteigen im Rofangebirge unsere Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Erfurter Hütte bietet
leckeres Essen, saubere Unterkünfte und gute Stimmung. Die Bettenlager in der zweiten Etage sind aufgrund ihrer kreativen Holzbauweise erlebenswert.
Viele Grüße an dieser Stelle an das wanderlusige Münchner Pärchen, dass unsere Spieleabende bereichert hat und natürlich an unsere fränkische Kletterbekanntschaft, ohne die wir
die Klettersteige nicht so gemeistert hätten. Die Übersicht über das Kletterangebot findet sich auf dieser Karte, die ebenso
wie die Kletterausrüstung an der Talstation der Rofan-Seilbahn erhältlich ist.
Das Spieljoch war keine Herausforderung, kostete uns aber durch die Nässe und anfangs mangelnde Erfahrung doch etwas Überwindung.
Die Seekarlspitze wartet mit einem Psychoeinstieg auf. Ca. 15 Meter geht es über einem tiefen Abgrund an der fast blanken Wand waagerecht entlang.
Während die Hände am Seil halt finden, gelingt es nur mit viel Überwindung, die Füße auf halbwegs annehmbare Felsvorsprünge zu setzen und im Notfall auf das Material zu vertrauen.
Der Rest stellt kaum noch ein Problem dar.
Das Finale bildet die Königsetappe, der Rosskopf. Von Anfang an geht es über hundert Meter senkrecht in die Höhe, die Menschen unten werden immer kleiner.
Da hilft als Flachländer nur Konzentration auf Griff und Tritte für Hände und Füße und nicht zu sehr darüber nachdenken, warum man das tut.
Mit der Freude über das Erreichte und die Müdigkeit in Muskeln und Knochen war die Haidachstellwand am nächsten Tag noch eine netter Abschluss, bevor wir uns
wieder ins Tal begaben und in Pertisau eine Unterkunft als Startpunkt für die große Tagestour zur Lamsenspitze wählten.
Karwendelgebirge
Ausgeruht durch unsere gemütliche Unterkunft in echten Betten konnten wir nun zur mächtigen Tagestour auf die Lamsenspitze des Karwendelgebirges
und zurück aufbrechen. Zur Lamsenhütte war es der übliche langwierige Marsch, den man bewältigen muss, wenn man es sich leistet, im Tal zu starten.
Bei beinahe 30 Grad und fast senkrecht stehender Sonne brauchten wir dort erst einmal einige Minuten zu Erholung und Stärkung. Doch von dort waren wir schnell an der
ersten gesicherten Steilwand angekommen, die uns veranlasste, die Kletterausrüstung anzulegen. Wir gelangten schnell in den berühmten Brudertunnel, der beeidruckend
fast senkrecht durch den Berg hindurchführt und Schatten spendet. Am Ende dessen tauchten wir auf der Südseite des Berges wieder auf und waren bis zum Gipfel, der nur noch kleinere
Klettereinlagen erforderte, wieder voll der Sonne ausgeliefert.
Zum Abpielen doppelklicken.
Abwärts ging es dann schneller, besonders da hier eine besser Alternativroute als durch den Brudertunnel zur Verfügung steht. Wer will, kann direkt die Geröllpiste
hinunterschlittern. Das gibt dieser Bergtour noch eine tolle Abschlussnote, da so ein großer Teil des langweiligen Abstiegs entfällt. Damit war dies die
abwechslungsreichste Gipfelbesteigung, die ich je erlebt habe und ich kann sie nur weiterempfehlen. Viel Spaß.